"Corbijn, Anton" â so schlicht wie die schwarz-weiĂen Bilder des niederländischen Fotografen ist auch der Titel der groĂen Retrospektive, die vom 9. Mai bis 20. September 2026 im Fotografiska Berlin zu sehen ist. Mit rund 150 Fotografien feiert die Ausstellung 50 Jahre fotografisches Schaffen eines Mannes, der nicht nur Musiker fotografiert, sondern die visuelle Kultur ganzer Generationen geprägt hat â mit Porträts von Depeche Mode, U2, Tom Waits, den Rolling Stones bis hin zu deutschen Ikonen wie Nina Hagen und Herbert GrĂśnemeyer.
Die Karriere: Seit den 1970er-Jahren fotografiert Anton Corbijn die grĂśĂten Namen der Musik- und Kulturwelt. Seine Arbeit geht weit Ăźber bloĂe Dokumentation hinaus â er hat maĂgeblich mitgeprägt, wie wir KĂźnstlerinnen und KĂźnstler wahrnehmen und wie sich visuelle Popkultur entwickelt hat.
Die Handschrift: Corbijns Bilder erkennt man sofort: grobkĂśrnig, schwarz-weiĂ, roh und direkt. Seine charakteristische Bildsprache ist unverwechselbar â die Fotografien brennen sich ins Gedächtnis ein wie die Musik der porträtierten KĂźnstler.
Die Beschreibung: "Fotos, die nach harten Gitarrenriffs aussehen" â diese Formulierung trifft Corbijns Stil perfekt. Seine Bilder haben eine akustische Qualität; sie Ăźbersetzen die Energie, Rebellion und Authentizität von Rock und Punk in visuelle Sprache.
Laufzeit: 9. Mai bis 20. September 2026
Ort: Fotografiska Berlin Oranienburger StraĂe 54 10117 Berlin
Ăffnungszeiten: Täglich von 10 bis 23 Uhr
Umfang: Rund 150 Fotografien aus fĂźnf Jahrzehnten â von den 1970er-Jahren bis in die Gegenwart. Die Ausstellung zeigt nicht nur seine bekanntesten Motive, sondern auch persĂśnlichere Arbeiten und LieblingsstĂźcke, die seltener Ăśffentlich gezeigt wurden.
Die ErĂśffnung: Am 8. Mai 2026 feierte das Fotografiska Berlin die AusstellungserĂśffnung mit einer groĂen Party â einem Abend voller Live-Musik, Talks und ikonischen Bildern, inspiriert von Corbijns 50 Jahren fotografischer Arbeit.
Die Bedeutung: Die Retrospektive ist nicht nur eine RĂźckschau auf alte Musikkultur-Momente, sondern eine Zeitreise durch die moderne visuelle Kultur, die Corbijn nachhaltig beeinflusst hat.
Internationale Legenden:
Deutsche Ikonen:
DarĂźber hinaus:
Das charakteristische Schwarz-WeiĂ: Corbijns Markenzeichen ist ein kĂśrniges, kontrastreiches Schwarz-WeiĂ, das den Bildern eine zeitlose, fast filmische Qualität verleiht. Die KĂśrnung verstärkt die Rohheit und Authentizität â nichts ist poliert oder glattgebĂźgelt.
Intimität trotz Stardom: Corbijn schafft es, selbst die grĂśĂten Stars verletzlich und menschlich zu zeigen. Seine Porträts sind keine klassischen Pressefotos, sondern intime Momentaufnahmen, die oft während längerer Zusammenarbeit entstehen.
Die Langzeitbeziehungen: Die Ausstellung konzentriert sich auf Bilder von Bands und Musikern, die Anton Corbijn ßber eine längere Zeit begleitet hat. Diese kontinuierliche Auseinandersetzung ermÜglichte tiefe, persÜnliche Porträts statt oberflächlicher Promotion-Shots.
Die Aufnahme: Elvis Costello liegt quer auf einem Bettsofa, in dunklem Anzug und Krawatte, spĂśttischer Blick durch die schwarzgerahmte Nerdbrille. Eine Fender E-Gitarre ruht auf seiner schmächtigen Brust wie eine Waffe â oder ein Schutzschild gegen den aufdringlichen Fotografen. Ein VOX-Gitarrenverstärker liegt auf dem Kopfkissen, der bunt bedruckte Gardinenvorhang verengt den ohnehin schmalen Raum.
Die Aussage: "Hauptsache zappeliger 70er-Rock'n'Roll!" â das Bild transportiert die Energie und Rebellion der New-Wave-Ăra perfekt.
Geburt und Jubiläum: Anton Corbijn wurde am 20. Mai 1955 geboren und feierte im Mai 2025 seinen 70. Geburtstag. Die Ausstellung markiert gleichzeitig sein 50-jähriges Fotografenjubiläum â ein halbes Jahrhundert visueller Kulturgeschichte.
Vom Fotografen zum Filmemacher: Neben seiner Fotografie hat Corbijn auch zahlreiche Musikvideos gedreht und Spielfilme inszeniert. In der Ausstellung werden zusätzlich Musikvideos und Filmausschnitte gezeigt, die aus seiner Feder stammen.
Die kontinuierliche Neuerfindung: Die Retrospektive hebt Corbijns kontinuierliche Neuerfindung sowie die tiefe persĂśnliche Auseinandersetzung mit den Porträtierten hervor â er ist nie stehen geblieben, sondern hat sich mit jeder Generation neu erfunden.
Drei BildgrĂśĂen: Die Exponate werden Ăźberwiegend in drei Formaten gezeigt:
Das Quadrat als Format: Corbijns bevorzugtes quadratisches Format verstärkt die Konzentration auf das Wesentliche â kein ablenkender Rand, keine Hierarchie von Hoch- oder Querformat.
Projektionen: Wechselnde Projektionen reichen von der Decke bis zum FuĂboden und nehmen den groĂen Saal formatfĂźllend ein â eine immersive Erfahrung, die Besucher in Corbijns visuelle Welt eintauchen lässt.
Musikvideos und Filme: In einem kleinen Raum zwischen zwei groĂen Ausstellungsräumen werden zusätzlich Musikvideos und Filmausschnitte gezeigt.
Stockholm (Fotografiska, 2025): Die Ausstellung war bereits 2025 in Stockholm zu sehen â dort lief sie vom 13. Juni bis 12. Oktober 2025 auf gefĂźhlt 1.000 qm Fläche mit knapp 200 Exponaten.
Berlin (Fotografiska, 2026): Die aktuelle Station mit rund 150 Fotografien läuft vom 9. Mai bis 20. September 2026.
Tallinn (geplant): Weitere Stationen sind in Planung â die Retrospektive tourte bereits durch verschiedene Fotografiska-Standorte.
Parallel zur Ausstellung: Aus dem Belser Verlag erschien 2025 ein monumentaler Bildband â eine vom Fotografen selbst zusammengestellte Werkschau. Der Band zeugt von Corbijns Status als einer der wichtigsten Porträt-Fotografen im Pop- und Rock-Business.
Zwischen genialen und banalen Motiven: Der Bildband zeigt die gesamte Bandbreite von Corbijns Schaffen â von den absoluten Ikonen bis zu weniger bekannten, aber nicht minder eindrucksvollen Aufnahmen.
Visuelle Musikgeschichte: "Corbijn, Anton" ist keine reine RĂźckschau auf alte Musikkultur-Momente, sondern zeigt, wie Fotografien ganze Musikgenerationen geprägt haben. Corbijn hat nicht nur dokumentiert â er hat mitgeschrieben, wie wir Rock, Punk, New Wave und Alternative visuell wahrnehmen.
Einfluss auf die moderne Bildsprache: Sein grobkĂśrniges Schwarz-WeiĂ, seine intimen Porträts und seine Art, Stars als Menschen zu zeigen, haben die moderne visuelle Kultur nachhaltig beeinflusst â weit Ăźber die Musikfotografie hinaus.
50 Jahre Zeitgeschichte: Die Ausstellung ist eine Zeitreise durch fĂźnf Jahrzehnte Popkultur â von den 1970ern bis heute, von Punk Ăźber New Wave bis zu moderner Indie-Kultur.
Authentizität statt Perfektion: Corbijn zeigt, dass KÜrnung, Kontrast und "Fehler" eine Bildsprache schaffen kÜnnen, die einprägsamer ist als technische Perfektion.
Langzeitbeziehungen zu Subjekten: Seine besten Arbeiten entstanden durch kontinuierliche Zusammenarbeit â nicht durch einmalige Shoots.
Konsistenz der visuellen Sprache: Sein unverwechselbarer Stil â schwarz-weiĂ, kĂśrnig, quadratisch â macht seine Arbeiten sofort erkennbar. Konsistenz schafft Wiedererkennungswert.
Intimität trotz Distanz: Auch bei grĂśĂten Stars schafft Corbijn Nähe und Verletzlichkeit â eine Lektion in Portraitfotografie.
Anton Corbijns Fotografien sind mehr als visuelle Dokumente â sie sind akustische Erlebnisse. Sie sehen aus wie harte Gitarrenriffs, wie raue Vocals, wie das Feedback eines Verstärkers. Wer die Ausstellung besucht, erlebt nicht nur 50 Jahre Musikgeschichte, sondern auch die Geburt einer visuellen Sprache, die bis heute prägend ist.