1000+ FĂźnf-Sterne-Bewertungen und Top-Auszeichnungen machen uns zu einer der gefragtesten Lernplattformen.
maschke academy blog

Wissen. Technik. Kreativität.

Der offizielle Blog der Maschke Akademie: Updates, Tutorials und Insights aus der Welt der digitalen Bildbearbeitung, KI und visuellen Medien.
Ausstellung: Anton Corbijn
Fotos, die nach harten Gitarrenriffs aussehen
Bildbearbeitung & Fotografie 28.05.2026

Ausstellung: Anton Corbijn Fotos, die nach harten Gitarrenriffs aussehen

"Corbijn, Anton" – so schlicht wie die schwarz-weißen Bilder des niederländischen Fotografen ist auch der Titel der großen Retrospektive, die vom 9. Mai bis 20. September 2026 im Fotografiska Berlin zu sehen ist. Mit rund 150 Fotografien feiert die Ausstellung 50 Jahre fotografisches Schaffen eines Mannes, der nicht nur Musiker fotografiert, sondern die visuelle Kultur ganzer Generationen geprägt hat – mit Porträts von Depeche Mode, U2, Tom Waits, den Rolling Stones bis hin zu deutschen Ikonen wie Nina Hagen und Herbert Grönemeyer.

Anton Corbijn: Der Mann, der Musikern ein Gesicht gab

Die Karriere: Seit den 1970er-Jahren fotografiert Anton Corbijn die größten Namen der Musik- und Kulturwelt. Seine Arbeit geht weit über bloße Dokumentation hinaus – er hat maßgeblich mitgeprägt, wie wir Künstlerinnen und Künstler wahrnehmen und wie sich visuelle Popkultur entwickelt hat.

Die Handschrift: Corbijns Bilder erkennt man sofort: grobkörnig, schwarz-weiß, roh und direkt. Seine charakteristische Bildsprache ist unverwechselbar – die Fotografien brennen sich ins Gedächtnis ein wie die Musik der porträtierten Künstler.

Die Beschreibung: "Fotos, die nach harten Gitarrenriffs aussehen" – diese Formulierung trifft Corbijns Stil perfekt. Seine Bilder haben eine akustische Qualität; sie übersetzen die Energie, Rebellion und Authentizität von Rock und Punk in visuelle Sprache.

Die Ausstellung im Fotografiska Berlin

Laufzeit: 9. Mai bis 20. September 2026

Ort: Fotografiska Berlin Oranienburger Straße 54 10117 Berlin

Öffnungszeiten: Täglich von 10 bis 23 Uhr

Umfang: Rund 150 Fotografien aus fünf Jahrzehnten – von den 1970er-Jahren bis in die Gegenwart. Die Ausstellung zeigt nicht nur seine bekanntesten Motive, sondern auch persönlichere Arbeiten und Lieblingsstücke, die seltener öffentlich gezeigt wurden.

Opening Party: 8. Mai 2026

Die Eröffnung: Am 8. Mai 2026 feierte das Fotografiska Berlin die Ausstellungseröffnung mit einer großen Party – einem Abend voller Live-Musik, Talks und ikonischen Bildern, inspiriert von Corbijns 50 Jahren fotografischer Arbeit.

Die Bedeutung: Die Retrospektive ist nicht nur eine RĂźckschau auf alte Musikkultur-Momente, sondern eine Zeitreise durch die moderne visuelle Kultur, die Corbijn nachhaltig beeinflusst hat.

Die Porträtierten: Eine Who's Who der Musikgeschichte

Internationale Legenden:

  • Depeche Mode: Langjährige Zusammenarbeit, prägende Bandästhetik
  • U2: Ikonische Porträts aus verschiedenen Karrierephasen
  • Tom Waits: Charaktervolle Schwarz-Weiß-Aufnahmen
  • Rolling Stones: Rock-Ikonen vor Corbijns Linse
  • David Bowie: Porträts der Chamäleon-Legende
  • Patti Smith: Punk-Poetin in schwarz-weiß
  • Courtney Love: Raw und ungeschĂśnt (Orlando, 1995)
  • Kate Moss: Fashion meets Musikkultur

Deutsche Ikonen:

  • Nina Hagen: Punk-Diva der DDR und Westberlin
  • Herbert GrĂśnemeyer: Deutschlands Rockpoet
  • EinstĂźrzende Neubauten: Industrial-Pioniere
  • Wim Wenders: Regisseur und KĂźnstlerfreund

DarĂźber hinaus:

  • Martin Scorsese: Filmlegende
  • Marlene Dumas: Niederländische Malerin
  • Elvis Costello: New-Wave-Ikone

Corbijns visuelle Sprache: Mehr als nur Musikfotografie

Das charakteristische Schwarz-Weiß: Corbijns Markenzeichen ist ein körniges, kontrastreiches Schwarz-Weiß, das den Bildern eine zeitlose, fast filmische Qualität verleiht. Die Körnung verstärkt die Rohheit und Authentizität – nichts ist poliert oder glattgebügelt.

Intimität trotz Stardom: Corbijn schafft es, selbst die größten Stars verletzlich und menschlich zu zeigen. Seine Porträts sind keine klassischen Pressefotos, sondern intime Momentaufnahmen, die oft während längerer Zusammenarbeit entstehen.

Die Langzeitbeziehungen: Die Ausstellung konzentriert sich auf Bilder von Bands und Musikern, die Anton Corbijn ßber eine längere Zeit begleitet hat. Diese kontinuierliche Auseinandersetzung ermÜglichte tiefe, persÜnliche Porträts statt oberflächlicher Promotion-Shots.

Ein Beispiel: Elvis Costello (1977)

Die Aufnahme: Elvis Costello liegt quer auf einem Bettsofa, in dunklem Anzug und Krawatte, spöttischer Blick durch die schwarzgerahmte Nerdbrille. Eine Fender E-Gitarre ruht auf seiner schmächtigen Brust wie eine Waffe – oder ein Schutzschild gegen den aufdringlichen Fotografen. Ein VOX-Gitarrenverstärker liegt auf dem Kopfkissen, der bunt bedruckte Gardinenvorhang verengt den ohnehin schmalen Raum.

Die Aussage: "Hauptsache zappeliger 70er-Rock'n'Roll!" – das Bild transportiert die Energie und Rebellion der New-Wave-Ära perfekt.

Über Anton Corbijn: Vom schüchternen Jungen zur Legende

Geburt und Jubiläum: Anton Corbijn wurde am 20. Mai 1955 geboren und feierte im Mai 2025 seinen 70. Geburtstag. Die Ausstellung markiert gleichzeitig sein 50-jähriges Fotografenjubiläum – ein halbes Jahrhundert visueller Kulturgeschichte.

Vom Fotografen zum Filmemacher: Neben seiner Fotografie hat Corbijn auch zahlreiche Musikvideos gedreht und Spielfilme inszeniert. In der Ausstellung werden zusätzlich Musikvideos und Filmausschnitte gezeigt, die aus seiner Feder stammen.

Die kontinuierliche Neuerfindung: Die Retrospektive hebt Corbijns kontinuierliche Neuerfindung sowie die tiefe persönliche Auseinandersetzung mit den Porträtierten hervor – er ist nie stehen geblieben, sondern hat sich mit jeder Generation neu erfunden.

Die Präsentation: Formate und Raumgestaltung

Drei Bildgrößen: Die Exponate werden überwiegend in drei Formaten gezeigt:

  • Ca. 60 cm (Quadrat)
  • Ca. 120 cm (Quadrat)
  • Ca. 180 cm (Quadrat)

Das Quadrat als Format: Corbijns bevorzugtes quadratisches Format verstärkt die Konzentration auf das Wesentliche – kein ablenkender Rand, keine Hierarchie von Hoch- oder Querformat.

Projektionen: Wechselnde Projektionen reichen von der Decke bis zum Fußboden und nehmen den großen Saal formatfüllend ein – eine immersive Erfahrung, die Besucher in Corbijns visuelle Welt eintauchen lässt.

Musikvideos und Filme: In einem kleinen Raum zwischen zwei großen Ausstellungsräumen werden zusätzlich Musikvideos und Filmausschnitte gezeigt.

Die internationale Tournee

Stockholm (Fotografiska, 2025): Die Ausstellung war bereits 2025 in Stockholm zu sehen – dort lief sie vom 13. Juni bis 12. Oktober 2025 auf gefühlt 1.000 qm Fläche mit knapp 200 Exponaten.

Berlin (Fotografiska, 2026): Die aktuelle Station mit rund 150 Fotografien läuft vom 9. Mai bis 20. September 2026.

Tallinn (geplant): Weitere Stationen sind in Planung – die Retrospektive tourte bereits durch verschiedene Fotografiska-Standorte.

Der monumentale Bildband (2025)

Parallel zur Ausstellung: Aus dem Belser Verlag erschien 2025 ein monumentaler Bildband – eine vom Fotografen selbst zusammengestellte Werkschau. Der Band zeugt von Corbijns Status als einer der wichtigsten Porträt-Fotografen im Pop- und Rock-Business.

Zwischen genialen und banalen Motiven: Der Bildband zeigt die gesamte Bandbreite von Corbijns Schaffen – von den absoluten Ikonen bis zu weniger bekannten, aber nicht minder eindrucksvollen Aufnahmen.

Warum diese Ausstellung wichtig ist

Visuelle Musikgeschichte: "Corbijn, Anton" ist keine reine Rückschau auf alte Musikkultur-Momente, sondern zeigt, wie Fotografien ganze Musikgenerationen geprägt haben. Corbijn hat nicht nur dokumentiert – er hat mitgeschrieben, wie wir Rock, Punk, New Wave und Alternative visuell wahrnehmen.

Einfluss auf die moderne Bildsprache: Sein grobkörniges Schwarz-Weiß, seine intimen Porträts und seine Art, Stars als Menschen zu zeigen, haben die moderne visuelle Kultur nachhaltig beeinflusst – weit über die Musikfotografie hinaus.

50 Jahre Zeitgeschichte: Die Ausstellung ist eine Zeitreise durch fünf Jahrzehnte Popkultur – von den 1970ern bis heute, von Punk über New Wave bis zu moderner Indie-Kultur.

FĂźr Fotografen: Was man von Corbijn lernen kann

Authentizität statt Perfektion: Corbijn zeigt, dass KÜrnung, Kontrast und "Fehler" eine Bildsprache schaffen kÜnnen, die einprägsamer ist als technische Perfektion.

Langzeitbeziehungen zu Subjekten: Seine besten Arbeiten entstanden durch kontinuierliche Zusammenarbeit – nicht durch einmalige Shoots.

Konsistenz der visuellen Sprache: Sein unverwechselbarer Stil – schwarz-weiß, körnig, quadratisch – macht seine Arbeiten sofort erkennbar. Konsistenz schafft Wiedererkennungswert.

Intimität trotz Distanz: Auch bei größten Stars schafft Corbijn Nähe und Verletzlichkeit – eine Lektion in Portraitfotografie.

Fazit: Bilder, die klingen

Anton Corbijns Fotografien sind mehr als visuelle Dokumente – sie sind akustische Erlebnisse. Sie sehen aus wie harte Gitarrenriffs, wie raue Vocals, wie das Feedback eines Verstärkers. Wer die Ausstellung besucht, erlebt nicht nur 50 Jahre Musikgeschichte, sondern auch die Geburt einer visuellen Sprache, die bis heute prägend ist.


Hier findest du weiterfĂźhrende Informationen: Berlin Fotografiska


Ähnliche Beiträge

Hol’ dir die Weiterbildung im Mail-Format
Starttermine, exklusive Rabatte und spannende Updates direkt in dein Postfach.

Kontakt
+ 4917664380939
Rick Maschke & Partner
Spezialist fßr exzellente Präsentationen Innovative Prozesse & Digitale Bildbearbeitung
rick@maschke.academy