Die Ausstellung "Ikonen der Mode â Fotografien von Regina Relang" läuft vom 26. April bis 19. Juli 2026 im Kurpfälzischen Museum Heidelberg und präsentiert rund 80 OriginalabzĂźge der bedeutendsten deutschen Modefotografin der Nachkriegszeit. In Kooperation mit dem MĂźnchner Stadtmuseum zeigt die Schau, wie Regina Relang (1906â1989) mit ihrer Leica den Zeitgeist von vier Jahrzehnten einfing â von den eleganten 1950ern Ăźber die dynamischen 1960er bis zu den experimentellen 1970ern.
FrĂźhe Jahre: 1906 in Stuttgart geboren, studierte Regina Relang zunächst Malerei in Krefeld, Stuttgart und Berlin, später bei AmĂŠdĂŠe Ozenfant. Ab 1932 finanzierte sie ihre Europareisen mit Fotografien, die sie mit ihrer Leica aufnahm â als Autodidaktin ohne formale fotografische Ausbildung.
Durchbruch in Paris: Ihre ersten Erfolge feierte Relang mit Reportageaufnahmen während ihrer Reisen durch SĂźdeuropa â von Lastenträgerinnen im Hafen von Porto bis zu traditionellen makedonischen Hochzeiten. Diese Bilder fanden Ăźber eine Pariser Agentur internationale Verbreitung.
Karriere nach dem Zweiten Weltkrieg: Nach Stationen in Paris und Berlin lieà sich Relang in Mßnchen nieder und stieg zur erfolgreichsten Modefotografin Deutschlands auf. Bis in die 1970er-Jahre prägte sie das visuelle Bild der deutschen Nachkriegsmode.
Mode als Gesamtkunstwerk: Regina Relang betrachtete Mode nicht als bloĂe Produktpräsentation, sondern als kĂźnstlerisches Gesamtbild mit Licht, Raum, Architektur und PersĂśnlichkeit. Sie entwickelte einen Stil, der sich an der internationalen Bildsprache orientierte und die Grenzen zwischen Mode- und Reportagefotografie Ăźberwand.
Internationale Präsenz: Ihre Arbeiten erschienen in den wichtigsten Modemagazinen der Welt: Vogue, Harper's Bazaar, Constanze, Madame, Film und Frau sowie die Mßnchner Illustrierte.
Vertrauen der Haute Couture: Legendäre Designer wie Christian Dior, Pierre Cardin und Yves Saint Laurent vertrauten auf ihre kunstvollen Inszenierungen.
1950er Jahre: Luxusträume und der "New Look" Regina Relang inszenierte Mode als Ausdruck des wirtschaftlichen Aufschwungs und einer neuen, eleganten Lebenshaltung. Ihre Fotografien spiegeln die Sehnsucht nach Stil und Exklusivität â geprägt vom "New Look" des Designers Christian Dior.
Charakteristika:
1960er Jahre: Modischer Aufbruch Internationale Models wie Jean Shrimpton zeigt Relang selbstbewusst und dynamisch im urbanen Raum. In ihren Aufnahmen spiegeln sich gesellschaftlicher Wandel, neue Freiheiten sowie tragbare Mode fĂźr eine wachsende Mittelschicht.
Charakteristika:
1970er Jahre: Experimentelle Phase Mit den populären Trends dokumentiert Relang die Vielfalt von Mini bis Maxi, den Siegeszug des Prêt-à -porter sowie Einflßsse von Pop- und Hippiekultur. Sie experimentiert verstärkt mit Blitz- und Farbfotografie und fotografiert zunehmend im Studio.
Charakteristika:
MĂźnchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie: Das Archiv Regina Relang umfasst:
Dieses einzigartige Konvolut dokumentiert nicht nur Mode, sondern auch gesellschaftliche Entwicklungen von der Vorkriegszeit bis in die 1970er Jahre.
Was gezeigt wird:
Besondere Highlights:
Laufzeit: 26. April bis 19. Juli 2026
Ort: Kurpfälzisches Museum Heidelberg HauptstraĂe 97 69117 Heidelberg
Ăffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 10â18 Uhr Montag geschlossen
Eintritt: Im regulären Museumseintritt enthalten
FĂźhrungen: Ăffentliche AusstellungsfĂźhrungen nach AnkĂźndigung
Vernissage: 26. April 2026, 15 Uhr
Was moderne Fotografen von Regina Relang lernen kĂśnnen:
Zeitgeist einfangen: Relang fotografierte nicht nur Kleider, sondern dokumentierte gesellschaftliche Stimmungen und Veränderungen. Ihre Bilder erzählen Geschichten ßber Wohlstand, Freiheit und kulturellen Wandel.
Grenzßberschreitung: Ihre Fähigkeit, Mode- und Reportagefotografie zu verbinden, macht ihre Arbeiten zeitlos. Statt steriler Studiobilder schuf sie narrative Inszenierungen mit Kontext und Atmosphäre.
Technische Entwicklung: Relangs Experimentierfreudigkeit â von klassischer SchwarzweiĂ-Fotografie Ăźber Blitzlicht bis zur Farbfotografie â zeigt die Wichtigkeit, sich technisch weiterzuentwickeln.
Location und Licht: Ihre Meisterschaft in der Arbeit mit natĂźrlichem Licht und Architektur als Bildgestaltungselement ist besonders fĂźr Fotografen relevant, die authentische, ortsspezifische Bilder schaffen wollen.
Zeitgenossen:
Relangs Besonderheit: Sie vereinte europäische Eleganz mit reportagehafter Lebendigkeit und dokumentierte Mode als Teil einer grĂśĂeren gesellschaftlichen Erzählung.
Die Ausstellung "Ikonen der Mode" zeigt Regina Relang als Chronistin ihrer Zeit â eine Fotografin, die Mode als kulturelles Phänomen verstand und mit ihrer Leica ein halbes Jahrhundert Stil, Wandel und Zeitgeist festhielt. FĂźr Fotografen, die sich fĂźr die Geschichte der Modefotografie interessieren oder lernen wollen, wie man Zeitgeist visuell einfängt, ist diese Schau ein Muss.