Die Verwaltung und Speicherung von Entwicklungsdaten in Lightroom Classic erfolgt aktuell als ein ständiges "Bäumchen-wechsle-dich-Spiel" zwischen DNG, XMP und ACR-Dateien. Diese Metadaten sind relevant fĂźr die Bildbearbeitung und den Datenaustausch zwischen verschiedenen Programmen und Lightroom-Versionen â insbesondere seit EinfĂźhrung neuer KI-Funktionen mit Lightroom Classic 15.
Entwicklungsdaten: Wo werden sie gespeichert?
- Grundsätzlich werden alle Entwicklungseinstellungen zuerst im Lightroom-Katalog (.lrcat-Datei) archiviert â das ist die zentrale Datenbank von Lightroom Classic.
- Optional kĂśnnen die Metadaten auch im textbasierten XMP-Format abgespeichert werden (Sidecar-Datei), was z.B. den Austausch mit Photoshop oder anderen Adobe-Programmen erleichtert.
- Bei DNG-Dateien, dem "Digital Negative"-Format, lassen sich die XMP-Daten direkt in die RAW-Datei schreiben â ein separater Sidecar wird nicht angelegt. Das erhĂśht die Portabilität, aber erschwert die Archivierung (Risiko von Fehlern oder Inkompatibilitäten).
Das ACR-Format: KI-Ergebnisse und neue Dateien
- Mit der EinfĂźhrung von KI-basierten Zwischenergebnissen, etwa durch die âVerbessernâ-Funktion und Demosaicing, werden temporäre Ergebnisse nicht mehr in den gewohnten XMP-Dateien gespeichert, sondern ab Lightroom Classic 15 jetzt in separaten .ACR-Sidecar-Dateien.
- ACR steht fĂźr Adobe Camera Raw. Die Dateien enthalten die groĂen, KI-generierten Entwicklungsdaten, die vorher die XMP-Files und den Katalog aufgebläht hatten.
Datei-Typen und ihr Zweck
Katalog (.lrcat): zentrale Speicherung aller Einstellungen, schnell und Lightroom-intern, aber nicht portabel und nur intern nutzbar.
XMP: Metadaten und Entwicklungseinstellungen als separate Sidecar-Datei, portabel und kompatibel zu anderen Adobe-Programmen, aber kein Speicherort mehr fĂźr KI-Ergebnisse.
DNG: Rohdatenformat mit eingebetteten Metadaten, ein File fĂźr alles und portabel, allerdings bei der Archivierung und plattformĂźbergreifend nicht immer ideal.
ACR: Speichert KI-Entwicklungsdaten seit Version 15 als Sidecar-Datei, entlastet Katalog und XMP, bringt aber eine weitere Dateivariante ins Spiel und ist nur fĂźr KI-basierte Daten vorgesehen.
Praktische Konsequenzen
- Wer XMP aktiviert hat, findet jetzt neben RAW und XMP auch .ACR-Dateien im Ordner. Die portablen Entwicklungsdaten sind damit auf mehrere Files verteilt.
- Entwicklungsdaten lassen sich bei DNG-Files direkt in die Datei integrieren. Das ist bequem, aber kann bei Archivierung und Datenaustausch mit anderen Programmen limitierend sein, da die Einstellungen vor allem fĂźr Adobe-Programme interpretiert werden.
- KI-basierte Zwischenergebnisse liegen nun getrennt von den klassischen Entwicklungsdaten. Das verschlankt Katalog und Sidecar und macht den Workflow performanter â allerdings auf Kosten der Ăbersichtlichkeit.
Fazit
Mit jedem Update wandern die Daten von einer Datei zur nächsten â manchmal zugunsten der Performance, dann wieder fĂźr mehr Portabilität oder einfach aus technischer Notwendigkeit. Wichtig ist fĂźr professionelle Workflows: Wer portabel und archivierbar arbeiten will, sollte darauf achten, welche Speicheroptionen aktiviert sind und wie die Metadaten im eigenen Workflow behandelt werden.
Hier findest du weiterfĂźhrende Informationen: DOCMA