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Fotowettbewerb für Großformate
Camera Clara-Preis denkt Ăźber 10 mal 15 hinaus
Bildbearbeitung & Fotografie 30.05.2026

Fotowettbewerb für Großformate Camera Clara-Preis denkt über 10 mal 15 hinaus

Der Camera Clara Prize ist ein renommierter internationaler Fotowettbewerb, der seit 2012 die Kunst der Großformatfotografie würdigt – eine bewusste Gegenbewegung zur schnelllebigen digitalen Bilderwelt. Der Preis richtet sich ausschließlich an Fotografen, die mit Fachkameras (large format, ab 6×9 cm) arbeiten und zeichnet jährlich unveröffentlichte fotografische Arbeiten aus, die als Serie oder zusammenhängende Werkgruppe präsentiert werden. Die Bewerbungsfrist für 2026 läuft noch bis zum 31. Juli 2026, die Teilnahme ist kostenlos, und die Gewinner erhalten jeweils 8.000 Euro Preisgeld sowie internationale Ausstellungsmöglichkeiten.

Was ist der Camera Clara Prize?

GrĂźndung: 2012 in Frankreich von JosĂŠphine de Bodinat-Moreno ins Leben gerufen

KĂźnstlerische Leitung:

  • 2012–2022: Audrey Bazin
  • Ab 2022: Aurelie Chauffert-Yvart

Die Mission: In einer digitalen Welt, die von Bilderflut, Schnelllebigkeit und Smartphone-Fotografie geprägt ist, würdigt der Camera Clara Prize die entschleunigte, kontemplative Herangehensweise der Großformatfotografie. Die Jury ist überzeugt, dass diese spezifische künstlerische Ausdrucksform einen einzigartigen Weg für zeitgenössische Künstler bietet.

Die Philosophie: Großformatfotografie zwingt Fotografen zur Konzentration auf das Wesentliche: den Standpunkt. Durch die Klarheit der Perspektive entsteht Zugang zu purer Schönheit – zu jenem Moment der Anmut, in dem die Zeit sich zu erhellen, zu suspendieren und zu verschwinden scheint.

Was ist Großformatfotografie?

Definition: Fotografie mit Fachkameras (view cameras, large format cameras), bei denen Film- oder Sensorgröße mindestens 6×9 cm beträgt.

Gängige Formate:

  • 6×9 cm (kleinste zulässige Größe fĂźr Camera Clara)
  • 4×5 inch (~10×12,5 cm) – häufigstes Großformat
  • 5×7 inch (~13×18 cm)
  • 8×10 inch (~20×25 cm) – klassisches Großformat
  • 11×14 inch, 20×24 inch – extreme Großformate

Technische Merkmale:

  • Balgen-System: Kamera besteht aus Frontstandarte (Objektiv) und RĂźckstandarte (Film/Sensor), verbunden durch Balgen
  • Shift- und Tilt-Funktionen: Perspektivkorrektur und Schärfentiefe-Kontrolle
  • Mattscheiben-Fokussierung: Scharfstellung direkt auf der Bildebene
  • Einzelbildbelichtung: Jede Aufnahme wird separat belichtet (kein Serienbildmodus)

Der Unterschied zu 10×15 (Standard-Kleinbild):

  • 10×15 cm ist die typische Printgröße von Kleinbildfilm (35mm, 24×36mm Negativ)
  • Großformat beginnt bei 6×9 cm Negativgröße – das ist 15-mal größer als Kleinbild (24×36 mm)
  • 8×10 inch ist 120-mal größer als Kleinbild

Warum "über 10×15 hinausdenken"? Der Titel spielt darauf an, dass Camera Clara nicht die üblichen 10×15 cm Prints (Standardgröße bei Drogeriefotoabzügen) meint, sondern echte Großformatfotografie mit großen Negativen und maximaler Bildqualität.

Teilnahmebedingungen 2026

Bewerbungsfrist: 31. Juli 2026, Mitternacht (vermutlich franzĂśsische Zeit, CEST)

Zulässige Formate: Nur Fachkameras ab 6×9 cm Negativgröße – analoge oder digitale Großformatsysteme

Art der Arbeit:

  • UnverĂśffentlichte Werke (keine vorherige kommerzielle VerĂśffentlichung)
  • Serie oder kohärente Werkgruppe – keine Einzelbilder
  • Die Arbeit wird auf Kohärenz in Form und Inhalt bewertet

Bewertungskriterien:

  • KĂźnstlerische Qualität
  • Konzeptionelle Stärke
  • Kohärenz der Serie (roter Faden, thematische Geschlossenheit)
  • Technische Meisterschaft der Großformatfotografie

Teilnahmegebühr: Kostenlos – keine Entry Fee

Einreichung: Über die Plattform auf en.prixcameraclara.com/apply

Sprache: Die Ausschreibung erfolgt international auf Englisch

Preisgeld und Auszeichnungen

Hauptpreis: 8.000 Euro pro Gewinner

Anzahl der Gewinner: Typischerweise ein Hauptgewinner pro Jahr (in manchen Jahren mehrere)

Zusätzliche Vorteile:

  • Internationale Ausstellungen – die Gewinnerarbeiten werden in renommierten Galerien und Festivals gezeigt
  • Publikationen in Fachmagazinen und Online-Plattformen
  • Networking mit Kuratoren, Sammlern und Galeristen
  • Karriere-Boost – der Preis ist in der Fine Art Photography-Szene hochgeschätzt

Frühere Preissummen: In älteren Ausgaben betrug das Preisgeld 6.000 Euro – ab 2026 wurde es auf 8.000 Euro erhöht.

Bisherige Gewinner (Auswahl)

2023: Laura Pannack (Großbritannien): Britische Fotografin, bekannt für ihre einfühlsamen Porträts und dokumentarischen Arbeiten

Weitere Gewinner (Jahre variieren):

  • Yann Laubscher (Schweiz) – preisgekrĂśnt fĂźr seine Großformat-Landschaften
  • Verschiedene internationale KĂźnstler aus Ăźber 68% nicht-franzĂśsischen Ländern

Internationale Ausrichtung: 68% der Bewerbungen kommen aus Ländern außerhalb Frankreichs – der Preis hat sich zu einem global renommierten Award entwickelt.

Die Jury

Zusammensetzung: FĂźhrende Profis aus dem Bereich der Fine Art Photography:

  • Kuratoren aus renommierten Museen und Galerien
  • Fotografie-Kritiker und -Historiker
  • Sammler und Kunstexperten
  • FrĂźhere Preisträger (gelegentlich)

Bewertungsprozess: Die Jury trifft sich jährlich zur Sichtung der Einreichungen und Auswahl des Gewinners.

Warum Großformatfotografie im digitalen Zeitalter?

1. Maximale Bildqualität:

  • Riesige Negative/Sensoren erfassen extreme Details
  • 4×5 inch hat etwa 15-mal mehr Fläche als Vollformat (24×36 mm)
  • 8×10 inch hat 120-mal mehr Fläche
  • ErmĂśglicht gigantische Prints ohne Qualitätsverlust

2. Entschleunigung:

  • Jede Aufnahme dauert Minuten – Aufbau, Komposition, Belichtungsmessung
  • Bewusste Bildgestaltung statt Serienbildmodus
  • Kein "Spray and Pray" – jede Aufnahme zählt

3. Technische Kontrolle:

  • Shift & Tilt fĂźr Perspektivkorrektur (Architektur ohne stĂźrzende Linien)
  • Schärfentiefe-Steuerung durch Tilt (Scheimpflug-Prinzip)
  • Volle manuelle Kontrolle Ăźber alle Parameter

4. KĂźnstlerischer Ausdruck:

  • Einzigartige Ästhetik – Großformat hat einen unverwechselbaren Look
  • Kontemplative Herangehensweise fĂśrdert tiefere kĂźnstlerische Reflexion
  • Gegenbewegung zur Bilderflut der digitalen Welt

5. Haptische Dimension:

  • Arbeiten mit Film (bei analog) – physisches Material statt Dateien
  • Große Negative kĂśnnen direkt betrachtet werden (beeindruckend)
  • Handwerkliche Tradition wird fortgefĂźhrt

Großformatfotografie-Technik im Überblick

Klassische analoge Fachkameras:

  • Linhof Technika (Klassiker, faltbar)
  • Sinar P2/P3 (Studiokamera)
  • Toyo View (flexibel)
  • Intrepid Camera (modern, leicht, erschwinglich)

Digitale Großformat-Backs:

  • Phase One IQ4 150MP (150 Megapixel, Mittelformat-Digital-Back)
  • Hasselblad H6D-400c MS (400 MP Multi-Shot)
  • Cambo Actus (Digitalkamera mit Shift/Tilt)

Hybride Ansätze:

  • Scanning Backs (scannen das Bild zeilenweise – extrem hohe AuflĂśsung, nur fĂźr statische Motive)

Film vs. Digital: Viele Großformatfotografen schwören auf analoges Film-Material (Kodak Ektar, Ilford FP4, Fuji Velvia) – die Tonalität und der Workflow sind Teil der künstlerischen Aussage.

Themen und Genres in bisherigen Gewinnerarbeiten

Landschaftsfotografie:

  • Klassisches Genre fĂźr Großformat (Ansel Adams-Tradition)
  • Extreme Details, weite Schärfentiefe

Architektur:

  • Shift-Funktionen ermĂśglichen perfekte Perspektivkontrolle
  • Keine stĂźrzenden Linien

Porträts:

  • Großformat-Porträts haben einzigartige Intimität
  • Extreme Schärfe + selektive Unschärfe durch Tilt

Dokumentarfotografie:

  • Entschleunigter, kontemplativer Zugang zu Themen
  • WĂźrdigung der Subjekte durch aufwendige Technik

Konzeptkunst:

  • Großformat als bewusste kĂźnstlerische Entscheidung
  • Statement gegen Schnelllebigkeit

Vorbereitung einer erfolgreichen Bewerbung

1. Kohärente Serie entwickeln:

  • Roter Faden: Alle Bilder sollten thematisch/visuell zusammenhängen
  • Anzahl: Typischerweise 10–20 Bilder (nicht zu wenige, nicht zu viele)

2. KĂźnstlerisches Statement:

  • Warum Großformat? Erkläre deine Entscheidung fĂźr diese Technik
  • Konzept: Was willst du mit der Serie aussagen?

3. Technische Exzellenz:

  • Perfekte Scans/Digitalisierung (bei analogem Film)
  • Hochwertige Prints (falls physische Einreichung)
  • Saubere Präsentation

4. Unveröffentlicht ≠ ungesehen:

  • "UnverĂśffentlicht" bedeutet keine kommerzielle VerĂśffentlichung
  • Du darfst die Bilder auf deiner Website oder in sozialen Medien gezeigt haben
  • Keine vorherigen BuchverĂśffentlichungen oder Verkäufe

5. Format-Nachweis:

  • Gib an, mit welcher Kamera und Filmformat du gearbeitet hast
  • 6×9, 4×5, 8×10 etc.

Wo der Preis bekannt ist

Internationale Reichweite: Der Camera Clara Prize wird auf fĂźhrenden Plattformen gelistet:

  • All About Photo (internationale Wettbewerbs-Plattform)
  • Photo Contests 2026 (Kalender fĂźr Fotowettbewerbe)
  • L'Œil de la Photographie (franzĂśsisches Fotomagazin)
  • Art Info Land (Kunstwettbewerbs-Aggregator)

Social Media:

  • Instagram: @prixcameraclara (regelmäßige Updates, GewinnerankĂźndigungen)
  • Facebook: Prix Camera Clara (Community-Austausch)

Ähnliche Wettbewerbe für Fine Art Photography

Hasselblad Foundation International Award in Photography:

  • HĂśher dotiert (~1 Million SEK ≈ €90.000), aber Lifetime-Achievement-Preis
  • Keine Einreichung, nur Nominierung

Taylor Wessing Photographic Portrait Prize:

  • Fokus auf Porträts (nicht nur Großformat)
  • ÂŁ15.000 Preisgeld

Sony World Photography Awards:

  • Breiter gefächert (alle Genres, alle Techniken)
  • Verschiedene Kategorien und Preisstufen

Camera Clara-Vorteil:

  • Spezialisiert auf Großformat – einzigartiger Fokus
  • Kostenlose Teilnahme (viele Wettbewerbe verlangen Entry Fees)
  • 8.000 Euro Preisgeld – signifikant fĂźr einen spezialisierten Award

Fazit: Ein Preis fĂźr die entschleunigte Fotografie

Der Camera Clara Prize ist eine wichtige Plattform für Fotografen, die bewusst gegen die Schnelllebigkeit der digitalen Bilderwelt arbeiten. Mit seiner exklusiven Ausrichtung auf Großformatfotografie würdigt der Preis eine Technik, die Präzision, Kontemplation und künstlerische Tiefe erfordert – weit entfernt von den üblichen 10×15 cm Prints. Die kostenlose Teilnahme, das hohe Preisgeld (8.000 Euro) und die internationale Reputation machen ihn zu einem der wichtigsten Awards für Fine Art Photography mit Fachkamera.


Hier findest du weiterfĂźhrende Informationen: https://en.prixcameraclara.com/


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